Die Loveparade 2008 – Moby hautnah

20 07 2008

np40_dieloveparade2008-mobyhautnahDie Loveparade 2008 ist Geschichte und wird allen die dieses Spektakeln miterleben durften als eine der wohl genialsten noch lange im Gedächtniss bleiben. Hier also nun mein ganz persönlicher Rückblick auf eine der wohl spektakulärsten, schammigsten und lautesten Paraden des Ruhrgebiets in diesem Jahrzehnt.

Die Fahrkarten bitte!

Zuerst einmal hieß es allerdings überhaupt nach Dortmund zu kommen. Während der Fahrt von Essen-Borbeck Richtung Stadtmitte kam ich noch in den Genuss eines Sitzplatz, ich glücklicher, doch schon am Hauptbahnhof begann das Chaos.
Im Vorfeld hatte man viel von den Versprechungen der Bahn gehört, “500 Sonderzüge werden im Einsatz sein”, “Reibungsloser Betrieb zur Loveparade”, doch Pustekuchen. Ich hatte mir überlegt mit der S1 nach Dortmund zu fahren doch wurde die Ankunft mehrmals verschoben. Nach knapp 20 Minuten Wartezeit traf der erste und zugleich der einzige “Sonderzug” auf dem Gleis ein an dem ich natürlich nicht stand ich brauchte mich aber auch nicht zu beeilen und auf das andere Gleis zu hetzen denn ich konnte schon aus der Ferne sehen wie sich hunderte Gesichter an den Scheiben plattdrückten.

Willkommen in Dortmund

Wie durch ein Wunder rauschte völlig unterwartet im nächsten Moment, aus der Ferne, ein Zug der Linie S1 heran. Schnell begab ich mich an die Kante des Gleises und konnte mir letzten endes einen Stehplatz erhaschen – phu ab nun wurde es stickig. Ich glaube so zog sich noch keine Bahnfahrt in die länge. Den Rest könnt ihr euch ja ausmalen.

Der letzte Halt, Dortmund Hauptbahnhof, mein Ziel für den heutigen Tag. Mittlerweile hatte es angefangen wie aus Eimern zu regnen und ich trat meinen Weg

Ausnahmezustand

zu den Westfalenhallen am anderen Ende der Innenstadt an. Nach 30 Minuten Fußmarsch durch den Regen riss der Himmel auf, die Sonne kam heraus und ich stand am Rande der B1 und verfolgte die ersten Floats.
Es hatte noch gut eine Stunde gedauert bis auch meine Kollegen mich gefunden hatten aber erst jetzt konnte die Party losgehen. Von Float zu Float hangelten wir uns im Rhytmus der Hämmernden Beats die B1 einlang. Schon jetzt kam Stimmung auf die jedoch ein jähes Ende fand.

B1 über"floated"

Zuerst fing es an zu Nieseln, wiedereinmal, daraus entwickelte sich ein ausgewachsener Regen und in den nächsten Minuten rannten alle panisch durch die Gegend auf der Suche nach einem Dach über ihrem Kopf – Gewitter.
Meinen Schirm hatte es schon zerfetzt und Trocken war in diesem Moment höchsten noch mein Rachen der Nachschub verlangte. Das Sommergewitter klang dann aber gottseidank recht schnell wieder ab sodass meine Klamotten auch wieder trocken wurden.
Das nächste Problem nach dem eh schon derben Regen waren die Schlammlöcher auf die man vortan aufpassen musste denn die Seitenstreifen der B1 hatten sich in kleine Moore verwandelt. Rückblickend muss ich einfach sagen das ich mit so dreckigen Klamotten mich nie auf dei Straße getraut hätte wenn, ja wenn, nicht alle Leute ebenfalls von oben bis unten voller Schlamm gewesen wären.

Die Bühne

So zog sich der Nachmittag dahin. Vor den Floats wurde ordentlich abgedanced und zwischendurch der ein oder andere Tropfen zu sich genommen bis es Zeit wurde sich auf den nahenden Höhepunkt in Stellung zu bringen. Die Abschlusskundgebung wollte ich, wie im vergangenen Jahr auch diesem mal wieder aus nächster Nähe verfolgen. Jetzt begann wieder der Kampf um den besten Platz. Stückchen für Stückchen erkämpfte ich mir, mit meinen Kollegen im Schlepptau, jeden Zentimeter. Bereits zum Auftritt von Moby waren wir nur noch geschätze sieben Meter von der heiligen Bühne entfernt und genossen die Beats vom Nachfahren des Autors von Moby Dick (reine Tatsache).

Moby "hautnah"

Kurz vor dem Absoluten Höhepunkt des Abends hatten wir unser Ziel erreicht und standen direkt an der Absperrung in unmittelbarer Nähe zur Bühne. Hätte ich meinen Arm ausgesteckt so hätte ich mich hinaufschwingen können. Beweisbilder, aus der Liveübertragung, siehe am Rande ^^. Unverkennbar bin ich in der erste Reihe anhand meiner weißen Cap zu erkennen. Ein wirklich geiles Gefühl nach stundenlangem Kampf durch die Menge. Dies blieb auch so für die nächsten 30 Minuten als wir uns aus der Vorderen Reihe verabschiedeten um einen besseren Blick auf das Colloseum of Light erhaschen zu können.

Sucht mich! :)

Nun folgte der nächste laaange Fußmarsch zurück zum Hauptbahnhof. Auf diesem Weg war ein Besuch des örtlichen McDonalds kaum zu umgehen denn den ganzen Tag über habe ich mich von nichts anderem ernährt wie Kaugummis und Nahrung in flüssiger Form. Nach einer Stärkung mit sechs Chickenburgern, einem BigMäc sowie einem Hamburger Royal TS setzten wir unsere Heimreise fort und gerieten in eine Polizeiabsperrung die sich rund um den Hauptbahnhof erstreckte. Alle 20 Minuten wurden wenige Leute durchgelassen und nach über zwei Stunden auch wir. So froh in einer Bahn zu sitzen war ich noch nie.
Um kurz vor halb sechs nahm ich die letzte Treppe, öffnete die Tür, legte die schammigen Klamotten in die Wanne und fiel ins Bett. Der Tag war vorrüber und ich heilfroh dabei gewesen zu sein.

Nicht hinsehen!

Ich könnte noch so viel schreiben doch denke ich ist dieser Tag kaum in Worte zu fassen und wer nicht selbst dabei gewesen ist wird kaum eine erahnen, geschweige denn dieses Feeling erfahren, können wie wenn er live vor Ort gewesen wäre. In diesem Sinne lasst Bilder sprechen und ich wäre froh mehr gemacht zu haben…

Auf Bochum im nächsten Jahr! Ich bin dabei!


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