Dann machen Sie sich bitte frei…

17 11 2006

np35_dannmachensiesichbittemalfrei.jpg…welcher Jugendliche sehnt sich nicht den Tag herbei an dem mann er dazu gezwungen wird in eine fremde Stadt zu fahren um dort von Kopf bis Fuß “gemustert” zu werden um anschließend seinen körperlichen Zustand, in gradialer Form, auf einem Stückchen Papier, in die Hand gedrückt zu bekommen?

Ich denke niemand sehnt sich diesen Tag herbei allerdings ist er nahezu unumgänglich. So ereilte mich nun auch das Schicksal zur Musterung antreten zu müssen/dürfen. Heute morgen hies es für mich früh aufzustehen um pünktlich den Zug nach Dortmund zu erwischen. Schnell noch ein Brötchen am Bahnhof in mich gestopft und schon ging die suche in Dortmund los.

Bin ich eigentlich der einzige dem es auffällt des es in anderen Städten um die Straßenbeschilderung nicht so gut steht, oder täusche ich mich da? Auf jeden Fall lief ich erst mal munter an meiner Zielstraße vorbei und verlor so massig Zeit und aus einem Gehweg von sieben wurden 20 Minuten.
“Hetz, ächtz”, dennoch schaffte ich es pünktlich am Kreiswehrersatzamt einzutreffen, nach mehrmaligem anhalten nichtsahnender Passanten die ich nach dem Weg fragte. Der erste Weg führte mich an die “Rezeption” (EG) an der ich mich namentlich vorstellen musste um im Computer registriert zu werden. Danach erhielt ich zwei Infoblätter und die Aufforderung mich eine Etage höher in das Wartezimmer zu setzten.

Kurz ließ ich im Wartezimmer (1. OG) meinen Blick über die Infoblätter schweifen als ich von einer grummigen Stimme aufgerufen wurde.
Das erste Gespräch an diesem Tag fand, kurz darauf, in einem kleinen, mit Plakaten der Bundeswehr übersäten, Büroraum statt.
Nach der feststellung meiner Personalien durch die ich auch eine Erstattung meiner Fahrtkosten (8,00€ Essen - Dortmund und retour) erlangte, kam die für mich wichtigste Frage: “Möchten sie aus irgend einem Grund den Kriegsdienst verweigern?”…kurzes Break…und im nächsten Augenblick kam mir ein “JA!” über die Lippen. Die Aussage, das ich den Dienst an der Waffe ablehne, wurde in schriftlicher Form festgehalten und mir zur Unterschrift vorgelegt.

Damit war auch schon das erste Gespräch für beendet erklärt. Weiter ging es in der nächsten Etage…

Wieder trat ich in ein Wartezimmer und setzte mich nur kurz (2. OG) doch schon einen Augenblick später wurde ich von einer korpulenten, in den Wechseljahren befindlichen Ärztin ausgerufen und folgte ihr - gegen meinen Willen - in einen kleinen Raum wo ich gewogen und vermessen wurde. Zum Schluss sollte ich noch eine Urinprobe abgeben, dies gestalltete sich aber schwieriger als gedacht, denn da ich den ganzen Morgen über noch nichts getrunken hatte lief nicht wirklich viel. So bekam ich also einen Becher in die Hand geklatscht um diesen auf der Toilette mit Wasser zu füllen. Danach durfte ich endlich einmal länger als 30 Sekunden im Wartezimmer platz nehmen.
Endlich hatte ich Gelegenheit dazu die Infoblätter, von denen ich nun vier besaß, in aller Ruhe durchzulesen. Na ja Ruhe kann man es eigentlich nicht nennen wenn jemand einen alle 5 minuten vor den anderen Wartenden fragt ob man nun urinieren müsse…aber schon nach einer guten Stunde ging es weiter.
Die Dame hatte es aufgegeben zu warten und schickte mich zum nächsten Arzt.

Oh Wunder, oh Wunder, dieses mal musste ich keine Treppen laufen sondern konnte die Tür auf dem selben gang benutzten.
Dieses mal traf ich auf einen leicht angeheiterten Arzt in Pension der mich nochmals genauer unter die Lupe nahm und mich fragte welche Krankheiten ich schon einmal hatte oder gehabt habe, bzw. welche Operationen ich schon über mich ergehen ließ.
Danach folgte ein Konditionstest sowie ein Seh- und Hörtest (das Ergebniss bekam ich nie möchte ich mal anmerken).

Dann kam der Moment vor dem es wohl jeden graust. “Dann machen sie sich bitte frei…”
Außer mit einer Unterhose bekleidet nahm ich auf einer Liege Platz und ließt mich überall betatschen und begutachen allerdings war “der Griff ” auch schnell erledigt und ohne davon wirklich etwas mitbekommen zu haben durfte ich mich auch schon wieder anziehen.
Nebenbei wurde mir noch gesagt das es nicht nötig sei eine Urinprobe abzugeben und mit nun voller Blase ging es zurück ins Wartezimmer.

Ab jetzt dauerte es auch nicht mehr lange und ich wurde in das 3. OG gebeten. Dort wurden mir die Ergebnisse der heutigen Tortur vorgelegt.
Mit leichten abstrichen “ergatterte” ich ein T2 - Misst!. Nun darf ich also schauen wie ich mich nach meiner Ausbildung vor dem Bund drücken kann.

Wie dem auch sei, der letzte Schritt in wirkliche Leben habe ich kurz nach meinem 20. Geburtstag hinter mich gebracht und ich finde das es gar nicht so schlimm war. Also keine Angst falls du oder ihr gerade vor diesem Termin steht, seht es locker und nehmt den Termin wahr, wo sonst erfahrt ihr schneller wie es um eure körperliche Verfassung steht?!… ;)




Mode Heim Handwerk 2006 - der Bericht

9 11 2006

np35_modeheimhandwerk2006derbericht.jpg8 Tage, 72 Stunden, 3 Tage Aufbau, 3 Tage Abbau, Kilometerweise gelaufene Wege durch die Messehalle, zig Pizzen und massig Süßigkeiten später ging am vergangenen Sonntag die Mode Heim Handwerk 2006 in der Messe Essen zu ende.

Wie jedes Jahr war auch ich dieses mal wieder mit von der Partie. Ich versuchte mich dieses Jahr im verkauf von exotischen Gewürzen mit denen mann man seinen Kaffee verfeinert kann.
Zu Anfang wusste ich nicht wie ich den Kunden diese, zugegeben recht ungewöhnliche, Spezialität näher bringen sollte - Gemische aus Kandis, Schokolade, Tymian, Pfeffer, Orangenschalen, Cardamom und mehr verpackt in eine durchsichtige aus Japan stammenden Gewürzmühle bei der man sich nicht wundern muss wenn sie nicht den Geist aufgeben würde bevor der letzte Rest gemahlen wäre.
Nach einiger Zeit hatte ich ein paar Argumente für den Kauf solch einer Besonderheit gefunden. Leider hielt sich die Nachfrage in Grenzen aber ab und zu kamen doch interessante Gespräche zustande.
Vielleicht ergibt es sich das ich im nächsten Jahr wieder dabei bin allerdings wäre etwas Abwechslung wünschenswert. Schauen wir mal was draus wird.